Was erwartet mich im offenen Vollzug Berlin? Echte Erfahrungen

Diese Seite gibt einen realistischen Einblick in den Alltag im offenen Vollzug: Tagesablauf, Freigang, Arbeit und Regeln — mit Blick aus der Erfahrungsperspektive.

Stand: Juni 2025

Compliance-Hinweis: Alle Erfahrungsberichte sind anonymisiert. Keine realen Namen, keine identifizierenden Merkmale.

Tagesablauf im offenen Vollzug Berlin

Morgen: Frühaufstehen zu fester Uhrzeit (6:00–7:00 Uhr), Frühstück, Aufbruch zur externen Arbeitsstelle oder internen Beschäftigung.

Tagsüber (Freigang): Wer einen genehmigten externen Arbeitsplatz hat, verlässt die JVA für den Arbeitstag. Pflichtrueckkehr zu fester Uhrzeit (in der Regel 18:00–20:00 Uhr). Unangekündigte Kontrollen sind möglich.

Abend: Zeit auf dem Zimmer oder in Gemeinschaftsbereichen. Persönliche Beschäftigung.

Wochenende: Ausgang mit Genehmigung für Familienbesuche oder geplante Aktivitäten. Ausgangszeiten werden individuell festgelegt.

Arbeit und Freigang

Das Herzstuck des offenen Vollzugs: der Freigang. Wer einen genehmigten Arbeitsplatz hat, darf die JVA tagsüber verlassen.

Wie funktioniert Freigang?

  • Ein externer Arbeitgeber muss bereit sein, Sie zu beschäftigen
  • Die JVA muss den Arbeitsplatz genehmigen
  • Sie kehren täglich zu einer festen Zeit in die JVA zurück
  • Ihr Lohn wird teils einbehalten (Vollzugskosten und Rücklage für Entlassung)

Was, wenn ich keinen Arbeitsplatz habe? Interne Beschäftigung oder Qualifizierungsmassnahmen sind mögliche Alternativen.

Regeln und was erlaubt ist

  • Ausgehzeiten strikt einhalten — Zuspactkommen kann zur Rückverlegung führen
  • Kein Alkohol oder Drogenkonsum — regelmässige Tests sind üblich
  • Keine Straftaten während der Haftzeit — hat sofortige Konsequenzen
  • Meldepflicht bei Änderungen des Arbeitsplatzes oder der Wohnsituation
  • Respektvoller Umgang mit Personal und Mitgefangenen

Erfahrungsberichte unserer Peer-Berater

Alle Berichte wurden anonymisiert. Namen und identifizierende Merkmale wurden entfernt. Die Berichte geben persönliche Eindrücke wieder, keine rechtlichen Aussagen.

„Ehrlich gesagt wusste ich nicht, was mich erwartet. Man hört viele Dinge. Die Realität war anders. Der Alltag war strukturiert, aber ich konnte arbeiten gehen, meine Familie sehen — das hat mir sehr viel bedeutet. Ich habe die Zeit genutzt, um Schulden zu begleichen und einen Plan für danach zu machen."

— A., Anfang 40, verbüsste eine Strafe im offenen Vollzug in Berlin.

„Ich habe Familie in Berlin. Der Verlegungsantrag war kompliziert — viele Ämter, viele Formulare, Fristen. Mit anwältlicher Hilfe hat das dann funktioniert. Es war nicht selbstverständlich, aber es war möglich."

— M., Mitte 30, kam aus einem anderen Bundesland und liess sich nach Berlin verlegen.

„Der Tagesablauf ist streng geregelt. Die Rückkehrpflicht jeden Abend — das gibt einem aber auch Struktur. Ich habe gelernt, verlässlich zu sein. Das klingt seltsam, aber es hat mir geholfen."

— R., Anfang 30, war im offenen Vollzug nach einer Verurteilung.

Gut zu wissen: Eine anwaltliche Begleitung kann Ihren Antrag stärken. Eine erste Einschätzung ist unverbindlich.

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